5 Schritte für mehr Schlagkraft, die ihr vermutlich noch nie probiert habt

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Eigentlich kann es so einfach sein. Schließlich haben wir schon in der Schule im Physik-Unterricht gelernt, dass Kraft = Masse x Geschwindigkeit ist. Das zweite Newton’sche Gesetz ist aber leider im Kampfsport nicht immer ganz so einfach unter Kontrolle zu bringen. Schließlich zielen die meisten Selbstverteidigungsarten im ersten Schritt gar nicht auf die größte Schlaghärte ab, sondern auf eine möglichst akkurate Ausführung der Bewegungen, mit denen man seinen Angreifer außer Gefecht setzen soll.

Aber was wäre der Sport, wenn man nicht dauerhaft versuchen würde schneller, besser und härter in seinen Schlägen zu werden. Schließlich möchte man der oder die Beste sein und dazu gehört es eben auch dem Gegner im Vollkontaktsport in die Knie zu zwingen. Daher will ich heute meine fünf Tipps für eine bessere Schlaghärte mit euch teilen.

1. Mehr Masse bedeutet nicht mehr (Körper-)Gewicht

Vielmehr bezieht sich die Masse auf die Körperteile, die man in einen Schlag einbeziehen kann. Bei Anfängern ist es in erster Linie die Hand, welche den Schlag ausführt. Erst bei weiterem Training schafft man es auch immer regelmäßiger bei der Bewegung den Arm ebenfalls hinter die Schlaghand zu bringen. Dies bedeutet direkt mehr Masse und somit (zumindest ein bisschen) mehr Schlaghärte. Wenn man sich die Bewegungen der Profis in slow-motion oder sogar ultra slo-mo ansieht, erkennt man außerdem, dass ein Schlag gar nicht nur aus Arm und Hand, sondern aus dem gesamten Körper kommt. Selbst kleinere Personen (man denke nur an Bruce Lee) schaffen es dadurch eine ungemeine Schlaghärte abzurufen, wenn alle Bewegungen kongruent durchgeführt werden.

Tipp Nummer eins ist daher auch einer der schwierigeren: trainieren, trainieren, trainieren. Nur durch das wiederholen und perfektionieren der Bewegungen kommt man früher oder später zu mehr Schlaghärte.

2. Immer locker in der Hüfte bleiben

Der zweite Punkt ist, dass ihr beim Training locker bleibt und nicht nur die Hände und Arme betrachtet. Gerade die Rotation aus der Hüfte ist meistens ein wichtiger Impuls für die Schlaghärte. Gemeinsam mit der Drehung der Faust kurz vor dem Impact (z.B. im Karate und Boxen) entsteht durch das gleichzeitige drehen der Hüfte beim auftreffen der Faust eine stärkere Schlagwirkung, ohne dass auch nur ein Gewicht in die Hand genommen werden musste.

3. Funktionale Kraft durch Widerstand trainieren

Noch nicht wirklich ein Gewicht, aber zumindest ein Widerstand ist in unserem dritten Schritt für mehr Schlaghärte vorgesehen. Hier empfehle ich z.B. ein starkes Thera-Band. Für Frauen empfehle ich das zunächst gerne das grüne oder blaue Band, während trainierte Männer durchaus auch das silberne nehmen können.

Dises Thera-Band befestige ich an der Sprossenwand oder einer anderen Wandhalterung und nehme die anderen Enden in beide Hände. Dann entferne ich mich so weit von der Wand, dass die Bänder in beiden Händen auf leichter Spannung sind, bis ich mit meinen Schlägen beginne. Hierbei achte ich natürlich auf die richtige Ausführung meiner ersten zwei Schritte und wiederhole die Bewegungen in Zirkeln. Für gewöhnlich setze ich hier 5 Wiederholungen bei 10 abwechselnden Schlägen an. Nach jeweils zehn Schlägen mit rechts und zehn mit links, laufe ich eine kleine Runde und beginne dann wieder von vorne.

Hier empfehle ich in erster Linie die Wiederholungen und die Regelmäßigkeit zu befolgen. Es geht nicht darum, wer das stärkste Band bewegen kann, sondern wer mit dem stärksten Band immer noch die Wiederholungen in bester Bewegungsausführung durchführen kann ohne in irgendwelche Schonhaltungen oder Ausweichbewegungen zu gehen. Lieber eine Bandstärke weniger und dafür 10 Wiederholungen mehr als ein zu hartes Band. Wir wollen uns ja schließlich nicht die Technik kaputt machen und bei Schritt eins einbüßen.

4. Standfestigkeit und Balance finden

Zugegebenermaßen eine meiner liebsten Übungen ist die Verbindung aus Nummer zwei und drei. Denn schon ein einfacher Sitzball oder ein Balance Board helfen ebenfalls bei der Verbesserung deiner Schlaghärte.

Gerade mit dem Balance Board Oder der Challenge Disc (http://blog.tagesanzeiger.ch/outdoor/index.php/16841/darauf-stehen-sportler/) kann man ziemlich coole Übungen machen, die einem bei der Konzentration helfen und gleichzeitig den Stand festigen. Schließlich muss die Drehung aus der Hüfte aus einem festen Stand erfolgen und auch dieser sollte trainiert werden. Zudem kann es hier auch niemals schaden, wenn man sich einen Kettleball schnappt und Übungen aus dem Training einmal auf einem anderen Untergrund ausführt. Dieser verlangt dir noch zusätzliche Konzentration ab und sorgt dafür, dass du dich auf die Bewegungen konzentrierst und diese somit stringenter, sauberer ausführst. – Womit wir Punkt eins auch direkt noch eingebunden hätten.

5. Nutze das Maikwara wann immer du kannst

Ich bin großer Fan des Makiwara Boards und nutze es eigentlich in jeder Trainingseinheit zum Schlagtraining. Nur mit Schattenboxen kann man schließlich seine Schlaghärte nicht trainieren. Ich versuche in jedem Training zum Ende noch etwa 100 bis 200 gezielte Schläge an das Makiwara unterzubringen und teste hierbei die verschiedensten Handtechniken, mit denen ich zum Erfolg kommen möchte.

Während alle anderen Trainingsmethoden (Boxsäcke, Sparring usw.) immer gegen jemanden oder ein Trainingsgerät gehen, dass früher oder später nachgibt, kennt das Makiwara bei deinem Training für mehr Schlaghärte kein Mitleid und teilt genauso aus, wie du es tust. Daher finde ich das Board immer einen guten Anlaufpunkt um die vorher im Training gelernten Abläufe nochmal durchzuführen und mich langsam aber sicher bei der Schlaghärte zu steigern, bis ich nochmal zehn, fünfzehn Schläge mit voller Power durchführe. Denn meistens merke ich schon beim nächsten Training, dass es zumindest mir so vorkommt als sei der letzte Schlag immer ein bisschen härter als der im Training zuvor.

Aber was nutzt ihr denn noch so zum Training für eure Schlaghärte? Ich meine, das sind bei weitem nicht alle Schritte, die ich durchführe, aber meistens sorgen eben diese Schritte für die meiste Aufmerksamkeit beim Training. – Daher verratet mir doch mal eure Geheimtipps für das Schlagkrafttraining. Ich bin gespannt.

Über den Autor

Eren ツ
Running, CrossFit, Martial Arts, Fitnessjunkie, Gin Lover & Digital Marketing Consultant. Germany, Turkey.

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