Budopädagogik: Budo im pädagogischen Einsatz

Disziplin und Gehorsam gelten als Grundelemente, ohne die ein zielgerichtetes und effektives Kampfsporttraining unmöglich stattfinden kann. Die Bindung zwischen Meister und Schüler übersteigt eine normale Freundschaft – und ist gleichzeitig intensiver als frontaler Unterricht, der einzig und allein die Vermittlung von Wissen in den Vordergrund stellt.

Der Budo-Begriff beschreibt, welche Kompetenzen im speziellen Maß gefördert werden: Steht »Bu« für den Krieger und das nahende Kampfende, stellt »Do« die persönliche Einstellung und den Weg dar. Kombiniert ergibt Budo den aktiven oder passiven Prozess, einen Kampf zu überwinden. Das Ziel ist nicht die Vernichtung des Gegners, sondern eine friedliche Lösung, die durch ein gestärktes Ich-Bewusstsein erlangt werden kann.

Was ist Budopädagogik?

Budopädagogik verbindet die philosophischen Grundlagen asiatischer Kampfkünste mit sozialpädagogischen Ansätzen, um konsequent für eine Verbesserung des Lebens zu sorgen. Im Mittelpunkt steht dabei weit mehr als ein reguläres und klassisches Training im Dojo. Vordergründig wird speziell das Selbstbewusstsein der Teilnehmer gestärkt, was gleichzeitig mit einer Optimierung sozialer Kompetenzen einhergeht.

Im Gegensatz zu vielen europäischen Kampfsportarten findet in der Budopädagogik keine konkrete Bewertung der bisher erlernten Fähigkeiten statt. Es gibt weder Turniere noch andere Möglichkeiten, seinen Kenntnisstand unter Beweis zu stellen. Dementsprechend rücken keine Ergebnisse oder Teilerfolge in den Fokus, sondern die Teilnahme und konsequente Stärkung des Charakters. Budopädagogik funktioniert ganzheitlich und spezialisiert sich keinesfalls auf bestimmte Techniken oder Verteidigungsmaßnahmen.

Auf Schüler zugeschnitten

Ähnlich dem Umgang in traditionellen Dojos ist die enge Bindung zwischen Meister und Schüler. Da sich die Budopädagogik gezielt an individuelle Gruppen richtet, ist es umso wichtiger, einen erfahrenen Lehrer ausfindig zu machen. Der gemeinschaftliche Kontakt erfolgt durchaus auf therapeutischer Ebene – verschiedene Ansätze sind gruppenspezifisch festzustellen und umzusetzen. Angehende Trainer sollten sich darauf einstellen, dass sowohl die Beherrschung mindestens einer Kampfsportart als auch ein pädagogischer Abschluss nötig sein können, um die etwa anderthalbjährige Ausbildung absolvieren zu dürfen.

Die Budopädagogik erleichtert den Einstieg in die philosophischen Belange der fernöstlichen Künste. Interessenten können übrigens aufatmen: Kenntnisse oder gar das eigene Erlernen einer Sportart sind nicht zwingend erforderlich, um schlussendlich von den positiven Nebenwirkungen profitieren zu können. Die Maßnahmen stellen einen Gegenpol zum traditionellen pädagogischen Alltag dar und verhelfen im Idealfall zu einem effektiveren und bewussteren Leben.

Dank der intensiven Arbeit mit verschiedenen Gruppen existieren zahlreiche Einsatzgebiete, in denen Budopädagogik zum Tragen kommen kann: Neben der Arbeit mit Schülern und Heimbewohnern werden die theoretischen und praktischen Kenntnisse auch in der stationären Drogentherapie oder Behindertenarbeit angewandt.

Über den Autor

Eren ツ
Running, CrossFit, Martial Arts, Fitnessjunkie, Gin Lover & Digital Marketing Consultant. Germany, Turkey.

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