BudoDan00011iStock

Man of Tai Chi

Unsere dritte Ausgabe des Throwback Thursday nutzen wir heute direkt einmal für einen Blick in die Zukunft. Heute läuft nämlich mit Man of Tai Chi die erste Regiearbeit von Keanu Reeves an. Der Kinofilm ist nach 47 Ronin bereits der zweite fernöstlich angehauchte Kampfsportfilm in dem die Matrix-Ikone mitspielt. Diesmal wurde allerdings „Zombie Boy“ Rick Genest schnell durch den Asien Star und Reeves’ Freund Tiger Hu Chen ausgetauscht, der auch prompt die Hauptrolle des Chen Li-Hu in Man of Tai Chi bekam.

Die Entwicklung des Tigers

Chen Li-Hu, genannt Tiger, ist zu Beginn des Films eigentlich ein Kurierfahrer in Peking, der sich allerdings mit seinem Job nicht so ganz abfinden kann und der daher komplett in seinem Hobby Tai Chi aufgeht. Genauer gesagt ist er – ganz im Stile der alten Kampfsportfilme – der einzige Schüler eines berühmt berüchtigten Meisters, der ihn im traditionellem Ling Kong Tai Chi unterrichtet.

Wer nun allerdings bei Tai Chi nur an die älteren Herren im Park denkt, die mit den ersten Sonnenstrahlen ihre alten Knochen in Bewegung bringen, der irrt gewaltig. Denn der gute Tiger ist von dieser Vorstellung in etwa so angetan wie der normale 08/15 Kampfsport Fan. Daher gerät er immer wieder mit seinem Meister aneinander, der um den guten Charakter seines „Man of Tai Chi“ fürchtet und Tiger daher davon abhalten möchte in dem lokalen (und sicherlich geheimen) Wulin Wettkampf teilzunehmen. Spätestens jetzt wird sich der geneigte Leser wohl selbst an den Throwback Thursday von letzter Woche erinnert fühlen. Bloodsport lässt grüßen, sage ich da nur.

Man of Tai Chi

Wer bei Man of Tai Chi also eine vollkommen neue Story erwartet, der wird schnell enttäuscht sein. Es handelt sich bei der ersten Regiearbeit von Keanu Reeves aber dennoch um einen netten Martial Arts Film, der sich ohne mit der Wimper zu zucken an alten Reeves Meilensteinen bedient und diese ganz nett miteinander verknüpft.

Tiger Chen kennt man als Stuntman aus den Matrix Filmen, Tiger & Dragon oder dem ersten 3 Engel für Charlie Film. Der Blick aus dem Büro lässt einen an den guten alten Kevin Lomax aus „Im Auftrag des Teufels“ denken und ein wenig „Constantine“ – Feeling kommt ebenfalls rüber, wenn man den in grau- und blautönen getünchten Film ansieht.

Allerdings waren dies auch alles Filme, die irgendwo zwischen Guilty-Pleasure und Meilenstein der Filmgeschichte pendeln, weshalb Man of Tai Chi genau das ist, was ich von ihm erwartet habe. Ein Film, den man sich anschauen sollte, wenn man auf Martial Arts Filme steht und man schon länger nicht mehr mit seinen besten Kumpels in einem Film im Kino war.

Die Kampfszenen sind von Yuen Woo-Ping (ebenfalls bekannt als Action bzw. Kampf-Choreograph aus der Matrix Trilogie sowie Kill Bill), erinnern aber eben auch ein wenig an die epischen Kämpfe aus diesen Filmen. Diesmal werden sie nur nicht auf Hochhausdächern mit Agent Smith ausgetragen, sondern in einem Kampf-Cube, der wohl eher einmal ein Schwimmbecken war.

Big Bad und die Moral von der Geschicht

Donaka Mark (gespielt von Keanu Reeves) ist der Bösewicht des Films. Er ist für die illegalen Wettkämpfe im Stadtgebiet verantwortlich und verdient sich mit den Einsätzen auf den Gewinner eine goldene Nase. Da Raffgier und dubiose Geschäfte allerdings in den meisten Fällen nicht die besten Charaktereigenschaften in einem Menschen zum Vorschein bringen, ist Donaka Mark eher auf Profit ausgerichtet. Da dieser am höchsten ausfällt, wenn es um einen Kampf um Leben und Tod geht, ist die Story weitestgehend schon erzählt. Tiger soll kämpfen, will aber zunächst nicht und daher sieht Mark nur noch einen Ausweg. Er lässt kurzerhand den Abbruch des Ling Kong Tai Chi Tempels anordnen und möchte so Tiger zwingen an seinen Kämpfen teilzunehmen.

Mehr und mehr findet im Laufe des Films eine Entfremdung von Tiger und seinen Ansichten statt. Während er am Anfang noch Gewissensbisse hat, verliert er mehr und mehr den Bezug zu den Ansichten seines Tai Chi Meisters.

Asia Kino vom Feinsten

Wer auf Filme wie Ong Bak steht und wem das mal mehr, mal weniger subtile Machtspiel zwischen den Protagonisten gefällt, der kann sich auf mehr als 100 Minuten Unterhaltung einstellen. Und spätestens der Showdown vor dem Ling Kong Tempel ist eine Augenweide in der Mr. Reeves noch einmal in bester Matrix-Manier durch die Luft fliegt.

In jedem Fall also eine Empfehlung von uns, wenn es mal wieder Zeit für bestes Popcorn-Kino und einen Abend mit Freunden ist. Man of Tai Chi läuft ab heute in den deutschen Kinos.

Das die Herren beim Dreh ihren Spaß hatten, sieht man jedenfalls dem Film an und hört es aus bisherigen Interviews auch raus.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>