Karate und seine Benefits im Alltag

Karate

Karate ist mehr als Hallensport. Es ist eine Lebenshaltung, ein Weg = Do. Die Vorteile, die man für das tägliche Leben erlangt, sind vielfältig. Karate formt den ganzen Menschen, nicht nur seinen Körper.

  • Du stehst also seit einiger Zeit abends, nach einem anstrengenden Arbeitstag in der Halle. Eigentlich ist die Müdigkeit viel zu groß. Spätestens aber mit dem Zazen sind die vergangenen Stunden außen vor. Abschalten, Konzentration, wache Aufmerksamkeit. Allein aus dieser kleinen Meditationsübung lernt man, sich ganz aus einer Situation zu nehmen. Augen schließen. Durchatmen. So kommt man auch im Alltag mit Stresssituationen klar, findet die Gelassenheit, schlechte Nachrichten und störenden Einwirkungen besser zu verarbeiten.
  • In vielen Übungsstunden haben wir nun also atmen gelernt. Wir wissen, wie man die Luft tief in den Körper bringt. Dann erinnere dich genau daran, wenn im nächsten Winter der steile Weg vereist ist. Verlagere den Schwerpunkt bewusst nach unten, sauge dich mit den Füßen fest. Und erinnere dich wiederum an genau dieses Gefühl, wenn du im Dojo stehst und profitiere davon.
  • Irgendwann im Laufe einer Trainingsstunde kommt der Punkt, an dem man meint, mit den Kräften am Ende zu sein. Doch es geht weiter, weit über diesen Zustand hinaus. Nicht aufgeben, nicht locker lassen. Grenzen werden neu gesteckt, ein neues Selbst-Bewusstsein geformt. Du glaubst an dich, weißt um deine Leistungsfähigkeit. Und schon kommst du in der nächsten Woche mit der dringenden Extra-Aufgabe kurz vor Feierabend völlig entspannt klar.
  • Gohon-Kumite ist langweilig? Nur tausend Mal geübte Bewegungen automatisieren sich und sind instinktiv abrufbar. Ein Block zum Beispiel, wenn direkt vor dir ein Ast zu Boden kracht. Age-uke und damit Kopf und Augen schützen sind dann eins. Die Gewichtsverlagerung, wenn der Zug rumpelt und der Omnibusfahrer mal wieder zu zackig um die Kurve fährt, geschieht unbewusst. Was Andere aus dem Gleichgewicht bringt, fällt dir kaum noch auf.
  • Du bist auf der Liege beim Zahnarzt. Die Kronenbehandlung dauert bereits endlose zwei Stunden. Immer mehr quält dich ein grausamer Hustenreiz. Wohlwissend, dass der Flex im Zahnfleisch landen könnte, versuchst du dich abzulenken. Gehst im Geiste eine Kata nach der anderen durch. Langsam, haltungsbetont. Du siehst deine Techniken vor dem inneren Auge und übst, das Kratzen im Hals ist längst vergessen. Aber wundere dich nicht, wenn es dauert, bis du für deinen Arzt am Ende der Behandlung wieder wirklich ansprechbar wirst. Diese mentale Versenkung kommt einer Selbsthypnose gleich.
  • Statt Skigymnastik und Bauch-Beine-Po-Übungen gehst du ins Karatetraining. Bei jedem Kiba-Dachi gewinnst du Standfestigkeit und Kraft. Jede Wendung, jede Gewichtsverlagerung kommt dir zugute. Mit dieser Kraft und dem Zugewinn an Gleichgewicht bist du fit für Bergtouren in jeder Jahreszeit.
  • Morgenzigarette und Kaffee im Stehen sind passé. Dein Tag fängt mit Karate an, bringst du die Augen noch nicht auf, auch gut. Blind geübt fördert eine Kata den Orientierungssinn, erweckt die Konzentration. Ein paar Minuten Meditation zum Abschluss machen dich aufmerksam und bereit für die nächsten Stunden.

Dies sind nur einige wenige der Benefits, die Karate-Do im Alltag bringt. Kampfsport, Kampfkunst entspannen, fördern das Körperbewusstsein und die Achtsamkeit. Fernab der zugeordneten Klischees wie Aggression und Angriffslust prägen sie den Weg des Übenden.

Über den Autor

Eren ツ
Running, CrossFit, Martial Arts, Fitnessjunkie, Gin Lover & Digital Marketing Consultant. Germany, Turkey.

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